openSUSE 11.3 – OpenOffice geht, LibreOffice kommt

In diesem Artikel beschreibe ich die Installation von LibreOffice über das stabile Repository unter openSUSE und gehe auch auf meine Beweggründe für den Umstieg ein. Der Umstieg auf LibreOffice unter openSUSE verläuft recht schmerzlos. Noch haben sich die beiden Projekte (OpenOffice und LibreOffice) nicht so stark voneinander wegbewegt. Sehr wahrscheinlich wird die Linux-Welt früher oder später auf LibreOffice umschwenken. LibreOffice wird unter openSUSE 11.4 in der Vorauswahl installiert.

Der Grund ist wie so oft, dass das OpenOffice-Projekt seit der Übernahme von Sun seitens Oracle nicht richtig in Fahrt gekommen ist und jedes Mal wurde die Aufnahme von neuem Code bzw. die Wünsche der Community seitens Oracle blockiert bzw. ignoriert (Teilweise war es unter der Regie von Sun auch so). Außerdem gestaltet sich die Einlieferung des Codes in das OpenOffice-Projekt immer noch als schwierig. Denn man musste auch die Rechte am Code trotz LGPL an Oracle abtreten und das finde ich persönlich nicht besonders gut (eher entwürdigend) und hat sehr viele potenzielle Entwickler abgeschreckt.

Was ganz interessant ist: Im Menüpunkt Hilfe / “Info über LibreOffice” hat sogar Novell die Community-Mitglieder gewürdigt. ;-)

Wenn ich mich auf der Webseite LibreOffice – Credits nicht verzählt habe, sind 142 neue Contributoren (Beitragende) von insgesamt 204 Contributoren seit Bestehen des LibreOffice-Projektes hinzugekommen. Eine Steigerung um knapp 230%. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. ;-) Das nenne ich doch mal einen kräftigen Schwung an neue Mitglieder. Falls man mithelfen möchte, ist man gerne willkommen: http://de.libreoffice.org/mithelfen/ ;-)

Installation (Upgrade) von LibreOffice:

Wichtig: Vorhandenes OpenOffice-Repo muss vorher entfernt werden. Während des Upgrade tauchen ab und zu Fehlermeldungen auf. Diese Fehler sind bekannt und hängen mit OpenOffice zusammen und können daher ignoriert werden.

Installation (zypper):

  1. Das Repo von LibreOffice hinzufügen:
    zypper ar -f 'http://download.opensuse.org/repositories/LibreOffice:/Stable/openSUSE_11.3/' 'LibreOffice'
  2. Die Priorität auf 50 erhöhen, um Paket-Kollisionen zu vermeiden:
    zypper mr -p 50 'LibreOffice'
  3. Die Liste der Repositories aktualisieren und den GPG-Schlüssel vom LibreOffice-Repo importieren:
    zypper ref
  4. Installation bzw. Upgrade durchführen. (Falls ein Paket-Konflikt auftritt, sollte die 1. Lösung ausgewählt werden. Dies ersetzt OpenOffice durch LibreOffice.):
    zypper in --from LibreOffice libreoffice

Installation (YaST2):

  1. YaST2 – Software installieren oder löschen starten.
  2. Im Menü Konfiguration -> Repositories aufrufen.
  3. Auf Hinzufügen klicken.
  4. “URL angeben” wählen und auf Weiter klicken.
  5. Repository-Name eingeben: LibreOffice
  6. URL des LibreOffice-Repo für openSUSE 11.3 eingeben: http://download.opensuse.org/repositories/LibreOffice:/Stable/openSUSE_11.3/
  7. Auf Weiter klicken.
  8. Das erstellte Repository “LibreOffice” auswählen und die Priorität auf z.B. 50 ändern, um Paket-Kollisionen zu vermeiden.
  9. Auf Okay klicken, um die Verwaltung der Software-Repository zu schließen. Ggfs. den GPG-Schlüssel vom Repo importieren.
  10. In YaST2 dann auf Anzeigen -> Installationsquellen bzw. auf den offenen Tab Installationsquellen klicken.
  11. Auf der linken Seite das “LibreOffice”-Repo auswählen.
  12. Im blauen Textfeld auf Switch system packages klicken.
  13. Abschließend auf Akzeptieren klicken. Sollte ein Dialogfenster bezüglich des Paketwechsel auftauchen, bitte bestätigen bzw. die Pakete auflösen.
  14. Die Installation ist nun abgeschlossen. LibreOffice kann nun über das KDE-Menü gestartet werden.

Have a lot of fun!

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8 Kommentare

  1. Am 10. Februar 2011 um 10:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Danke für Artikel!
    So einfach… aber viele Leute über OOo => LO fragen.
    Ich werde das gerne für Russian oS Community übersetzen.

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  2. Am 17. Februar 2011 um 20:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hallo Herr Siebert,

    Ihr Beitrag war das einzig Brauchbare, was ich nach zwei Sunden Recherche im Internet über die erfolgreiche Installation von LibreOffice im Netz gefunden habe. Die Installation war auf Anhieb erfolgreich. Vielen Dank. Eines irritiert mich allerdings: wenn ich zum Beispiel LibreOffice Writer aufrufe, ist oben im blauen Balken der Dokumentenvorlage eingetragen: “Unbenannt1 – LibreOffice Writer @linux-bp4m.fritzbox>”. Wie darf ich den Eintrag ” @linux-bp4m.fritzbox>” verstehen?

    Mit freundlichen Grüßen von der Ostsee

    Jürgen Hermann

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    • Alex
      Am 24. Februar 2011 um 21:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Hallo Jürgen,

      linux-bp4m.fritzbox ist der Computername.

      Gedacht ist die Anzeige des Cmputernamens dafür, wenn man z.B. über das Protokoll
      SSH von einem anderen Computer ein Programm startet, welcher Fensterinhalt aber auf deinem dargestellt werden soll. Hier hätte man die Möglichkeit zu erkennen, auf welchen Rechner das Programm, mit dem man gerade arbeitet, läuft.

      Für den Normalnutzer nicht so wichtig.

      Gruss
      Alex

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      • Jürgen
        Am 06. Juli 2011 um 10:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Vielen Dank Alex.

        Leider bin ich erst heute wieder dazu gekommen, mich mit der Sache zu beschäftigen. Ich habe mit Yast -> Netzwerkdienste -> Rechnernamen den Computernamen überprüft. Der Name ist nicht “linux-bp4m.fritzbox”, sondern lautet ganz anders. Das irritiert mich.

        Gruß

        Jürgen

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  3. jan SILVERSTONE
    Am 23. März 2011 um 10:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

    leider hab ich unter 11.4. probleme mit libreoffice mit dem eingeben von text unter kde , unter gnome funktioniert das wunderbar …….wo könnte das problem liegen….jan

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  4. Andreas
    Am 20. Februar 2012 um 20:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das Problem mit LibreOffice ist, dass Makros nur noch in sehr eingeschraenktem Umang funktionieren (das gilt sowohl unter openSUSE 11.4 wie auch openSUSE 12.1).
    Bei OpenOffice hingegen haben Makros verhaeltnismaessig gut funktioniert. Auf jeden Fall war der Funktionsumfang der Makros unter OpenOffice (bis zur openSUSE 11.3?) erheblich groesser als bei LibreOffice.
    Da ich haeufig Makros brauche, um automatisch Texte und Tabellen zu formatieren, habe ich seit Einfuehrung von LibreOffice ein Riesen-Problem. Ich suche daher nach einem Repository, um wieder zu OpenOffice zurueckkehren zu koennen, habe aber bislang fuer openSUSE 11.4 oder openSUSE 12.1 leider noch keines gefunden…. :-(

    Ich bin daher auf der Suche nach einem

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    • Am 21. Februar 2012 um 14:06 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Hallo Andreas,

      wo bist du der Meinung, dass die Makros unter LibreOffice nicht funktionieren? Beispiele hierzu wären hilfreich.

      Sollten alle Stricke reißen, würde es evtl. helfen, wenn du dir die OpenOffice-Installation direkt von OpenOffice.org holst und auf openSUSE installierst. Jedoch befindet sich dieses Projekt ziemlich im Abseits und ist mehr als fraglich, ob das Projekt wieder zur alten Stärke zurückkehrt und ggfs. noch besser wird als LibreOffice. Im Moment entwickelt IBM recht alleine an der OpenOffice-Suite unter der Apache-Lizenz weiter. In dieses Projekt hätte ich eher wenig vertrauen.

      Mit den Makros in LibreOffice können wir uns gerne mal auseinandersetzen. Ich bin mir sicher, dass sich der Funktionsumfang nicht abgenommen, sondern eher noch zugenommen hat.

      Gruß

      Sebastian

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  5. Datenreisender
    Am 31. März 2012 um 14:48 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Alle reden von Libre Office, nur wer braucht es? Openoffice war und ist besser, warum also umsteigen? Dont touch a running system sag ich nur…

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