openSUSE 11.2 – Ein NTP-Dienst (Network Time Protocol Version 4) konfigurieren

In diesem Artikel gehe ich heute auf den NTP-Dienst unter openSUSE ein. Dieser Dienst ist bereits vorinstalliert, aber noch nicht aktiviert bzw. abschließend konfiguriert. Dieser Dienst synchronisiert die Systemzeit mit der Atomuhr bzw. Funkuhr. Die Besonderheit dieses NTP-Dienstes ist es, dass die Uhrzeit der Atomuhr schonend mit der Systemzeit abgleicht. Hier mal ein Beispiel: Für den Betrieb mit Dovecot ist die schonende Synchronisierung sehr wichtig. Denn bei größerer Abweichung der Systemzeit quittiert Dovecot seinen Dienst und beendet sich selbst. Da kommt man schon in Erklärungsnot, weshalb die lieben Menschen keine Post mehr abrufen können und kommt daher nicht besonders gut an. ;-)

Veraltete NTP-Programme wie ntpdate sollte man nicht mehr verwenden, da diese richtig hart die Systemzeit stellen und das mögen manche Dienste aus den oben genannten Gründen nicht.

Nun kommen wir zur Konfiguration und fügen ausserdem noch weitere NTP-Server für den deutschen Sprachraum hinzu, um mögliche Latenzzeiten aus dem Weg zu gehen. Falls man in einem anderen Land ist, sollte man möglichst einen NTP-Server wählen, der in dem eigenen Land steht. Mehr Infos dazu gibt es unter www.pool.ntp.org oder www.ptb.de/de/org/q/q4/q42/ntp/ntp_main.htm.

1. Starte das YaST-Kontrollzentrum

2. Starte dann “NTP-Einrichtung” im Abschnitt “Netzwerkdienste”

3. Wähle bei “NTP-Daemon starten” => “Jetzt und beim Systemstart” aus

4. Auf “Hinzufügen” klicken

5. Die Auswahl “Server” wählen und auf “Weiter” klicken

6. Die NTP-Server Adresse eingeben: 0.de.pool.ntp.org

7. Mit “Okay” bestätigen.

8. Die Schritte 4 – 7 wiederholen für weitere NTP Server:

  • 1.de.pool.ntp.org
  • 2.de.pool.ntp.org
  • 3.de.pool.ntp.org
  • ptbtime1.ptb.de
  • ptbtime2.ptb.de
  • ptbtime3.ptb.de

9. Mit “Okay” die Einrichtung des NTP-Dienstes bestätigen.

Wieso verwenden wir hier mehrere Pools und nicht ein einzigen wie z.B. de.pool.ntp.org? Die Antwort hatte ich eben schon teilweise vorgegeben. ;-) Es ist die Latenzzeit und die Erreichbarkeit der jeweiligen NTP-Server. Der NTP-Dienst pingt die jeweiligen NTP-Server an und entscheidet selbst, welcher Dienst am besten erreichbar und vorallem nutzbar ist.

Abschließend können wir in der Konsole überprüfen, wie der NTP-Dienst arbeitet:

rcntp status

Somit dürfte das System ohne Funkuhr sehr genau ticken. ;-)

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3 Kommentare

  1. Erstellt am 28. März 2010 um 10:37 | Permanent-Link

    Danke für die gute Erklärung!

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  2. bernd
    Erstellt am 19. Mai 2010 um 21:59 | Permanent-Link

    Danke für diese klare und vollständige (=perfekte) Anleitung! Bin einfacher 11.2 – Anwender und habe die Schritte wie oben durchgeführt und siehe es klappt. :)

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    • Erstellt am 20. Mai 2010 um 00:12 | Permanent-Link

      Hallo Bernd,

      danke für dein Lob. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß mit openSUSE. ;-)

      Gruß

      Sebastian

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